Kultur- und Bildungsreise 2015 nach Chile

Kultur- und Bildungsreise 2015 nach Chile


Vom 2. bis 10. Mai 2015 veranstaltete der Hersteller von Lernspielwaren beleduc aus Olbernhau in Zusammenarbeit mit seinem chilenischen Partner Seigard den dritten Kultur- und Bildungsaustausch. Ziel dieser Veranstaltung ist es, eine dauerhafte Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch zwischen Wissenschaftlern, Praktikern und Vertriebspartnern zum Thema der frühkindlichen Bildung zu schaffen und auszubauen. Bereits in den vergangenen beiden Jahren lud beleduc Partner aus verschiedenen Ländern nach Deutschland ein, um über die verschiedenen Systeme und Verständnisse der Elementarpädagogik ins Gespräch zu kommen.
gruppe am Präsidentenpalast in Santiago de Chile

Neben vielen kulturellen Höhepunkten hatte die internationale Delegation von Pädagogen und Vertriebspartnern aus Deutschland, China, Portugal, Tschechien, Thailand und Peru in Chile vor allem die Gelegenheit, sich im Rahmen des wissenschaftlichen Programmes auszutauschen. Unter dem Titel „Erstes internationales Treffen zum pädagogischen Nutzen des Einsatzes von Lernspielen“ wurden in Zusammenarbeit mit der Universidad Diego Portales in Santiago de Chile, der Pontificia Universidad de Catolica de Chile in Villarrica und der Alice Salomon Hochschule in Berlin zahlreiche Vorträge und Workshops zusammengestellt. In Chile wurden diese mit besonders großem Interesse wahrgenommen, denn das Lernspiel findet im Gegensatz zu bspw. Europa noch nicht verbreitete Anwendung in den Kindertagesstätten. An den drei Konferenztagen in den Städten Rengo, Santiago de Chile und Villarrica nahmen insgesamt mehr als 1.000 Pädagogen, Studierende und die interessierte Öffentlichkeit aus Chile teil.
Teilnehmer am Konferenztag in Santiago de Chile

Professor Dr. Hartmut Wedekind von der Alice Salomon Hochschule in Berlin, welcher beleduc unter anderem wissenschaftlich berät, ging in seinen Vorträgen vor allem auf die unterschiedlichen Sichtweisen von Kindern und Erwachsenen zum Thema Spielen und Lernen ein. Während Erwachsene Spiele oft mit der Intention anbieten, ein bestimmtes Lernziel zu erreichen, spielen Kinder mit Freude, ohne an dieses zu denken. Die Herausforderung an Lernspiele besteht demnach vor allem darin, den Kriterien eines Spiels aus der Sicht der Spielenden zu entsprechen. In den Diskussionen während der drei Konferenztage wurde darüber hinaus seitens der Teilnehmer auch die Frage aufgeworfen, inwieweit elektronisches Spielzeug die zukunftsorientierte Form des Lernens auch bereits in der Frühpädagogik darstelle. Die Experten vertraten den Standpunkt, dass digitales Lernen aus der heutigen Zeit und auch in Zukunft nicht mehr wegzudenken sei und auch viele Vorteile aufweise. Dennoch wurde herausgestellt, dass mit ausschließlich digitalem Lernen auch wesentliche Gefahren verbunden sind. Vor allem würde die Kommunikation zwischen den Kindern, das soziale Miteinander und die Bewegung eher durch traditionelle Spielformen stimuliert. Dem Lernspiel komme demnach weiterhin eine wegweisende Bedeutung in der Entwicklung der Kinder zu.
Professor Dr. Hartmut Wedekind bei einem Vortrag

beleduc stellte in diesem Zusammenhang erstmals ein eigens entwickeltes Seminar- und Trainingskonzept für Pädagogen und Vertriebspartner vor, welches auf der Firmenphilosophie von „play – experience – learn“ aufbaut. Das Konzept wurde mit verschiedenen Lernspielen von beleduc in den Workshops intensiv getestet und die Teilnehmer gaben interessante Rückmeldungen sowohl zu dessen Weiterentwicklung als auch zu ihren Lernerfahrungen mit den Produkten.
Teilnehmer bei den Workshops

Am Rande der Reise diskutierten Vertreter von beleduc und Seigard bei einem Treffen mit der Staatsekretärin beim Consejo Nacional de la Infancia, María Estela Ortiz, Möglichkeiten der Durchführung eines gemeinsamen Public Private Partnership Projektes zur Qualifizierung von Elementarpädagogen in Chile. Darüber hinaus übergaben beleduc und Seigard symbolisch eine Spende für Spielmaterialien im Wert von 20.000 €. Die Spende kommt Kindergärten im Norden Chiles zugute, die im März von schweren Überschwemmungen zerstört wurden.
Vertreter von beleduc und Seigard übergeben Spende an Consejo Nacional de la Infancia

Für beleduc war die Veranstaltung ein großer Erfolg, da es gelungen ist internationale Experten der frühkindlichen Bildung und Vertriebspartner aus verschiedenen Ländern zusammenzubringen und einen Austausch zu aktuellen Themen und auch best practice Ansätzen anzuregen. Zudem konnten besonders in Chile interessante Kontakte geknüpft werden, die neue Wachstumsmöglichkeiten versprechen. Auch im nächsten Jahr wird es wieder einen Kultur- und Bildungsaustausch geben, der einen weiteren wichtigen Beitrag zum Ziel leisten wird, eine dauerhafte Plattform für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu relevanten Themen der Frühpädagogik zu etablieren.

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